Die STONE BEATS wurden 1962 von
Siegfried „Siggi“ Firla (b)
und
Charly Hapelt (g)
gegründet.
1962 oder 1963 lernte
Günter Woititzka (g, voc)
Charly Hapelt auf der Gottfried-Kinkel-Realschule kennen, den er in einer Pause fragte, ob er auch bei den STONE BEATS mitspielen könne. Auf seine Frage, welches Instrument er denn spiele, antwortete Günter Woititzka wahrheitsgemäß: Akkordeon“, was Charly Hapelt wiederum veranlasste, der ganzen Klasse lauthals mitzuteilen, dass Günter Woititzka mit einem Akkordeon in seiner Band mitspielen wolle. Günter, der 6 Jahre lang Akkordeon gelernt hatte, wollte aber unbedingt in die Band und nahm deshalb in den Ferien eine Aushilfstätigkeit beim Gartenbauamt der Stadt Bonn an, die ihn zu Forstarbeiten im Wald auf dem Venusberg schickte. Die Schufterei, für die er 1,13 DM brutto in der Stunde bekam, dauerte 6 Wochen. Von dem mühselig erarbeiten Geld kaufte Günter Woititzka sich eine Höfner-Gitarre und einen Dynacord-Verstärker mit Echo und Hall. Nachdem er das Gitarrespielen geübt hatte bis ihm die Finger bluteten, wurde er endlich bei den STONE BEATS aufgenommen, bei denen er später zwischendurch auch Orgel spielte.
Günter Woititzka mit seinem Akkordeon
Der Übungsraum der Band war der Kirchturm der Lengsdorfer Kirche, in deren Pfarrheim sie auch spielten. Bei einem Konzert dort kam die Band offensichtlich dermaßen gut bei den Jugendlichen an, dass diese vor lauter Begeisterung den Fußboden aufrissen – STONE (!) Beats.
Die STONE BEATS in ihrer frühen Besetzung - v.l.: Siggi Firla, Uli Verhoeven, Charly Hapelt und der erste Schlagzeuger der Band
Der Name des ersten Schlagzeugers ist nicht mehr bekannt, mit
Jürgen Nedwed (dr)
erhielt er jedoch einen Nachfolger, mit dem die STONE BEATS etliche Auftritte absolvierten:
Jürgen Nedwed
Jürgen Nedwed verließ die Band wieder und ging zu den MOODY STONES.
Mit den 1964 neu hinzu gekommenen
Uli Verhöven (voc) und
Männi Zimmermann (dr)
erhielten die STONE BEATS erst ihr "richtiges" Aussehen.

In dieser Besetzung absolvierten sie ihren ersten Auftritt im Pfarrheim in Endenich. Der damals dort tätige Kaplan Prinz war ein Förderer der Band. Zur damaligen Zeit war der heutige Stadtdechant Monsignore Wilfried Schumacher Messdiener bei Kaplan Prinz und auch Klassensprecher von Charly Hapelt und Günter Woititzka in der Gottfried-Kinkel-Realschule.
Im Pfarrheim Endenich - v.l.: Siggi Firla, Uli Verhoeven, Charly Hapelt, Günter Woititzka |
Die STONE BEATS hatten aber auch richtig große Auftritte, wie z. B. bei den in der „BEETHOVENHALLE“ stattfindenden und immer ausverkauften Karnevalsveranstaltungen „Blauer Affe“ und „Buntes Aquarium“. Die STONE BEATS waren auch die Veranstalter des ersten Beatkonzerts in der „BEETHOVENHALLE“; als Gastband bei diesem Konzert traten die BEATNIKS auf. Ebenfalls in der „BEETHOVENHALLE“ teilten sie sich mit dem Hazy-Osterwald-Sextett die Bühne.
Derartige Aktivitäten ließen sich nicht ohne ein entsprechendes Management machen. Es war Franz Verhoeven, der Vater von Sänger Uli, der die geschäftlichen Fäden der STONE BEATS in die Hände genommen hatte - allerdings nicht immer mit Erfolg: Angeblich hatte er es einmal versäumt, ausstehende Zahlungsraten für die Verstärkeranlage rechtzeitig an das Musikfachgeschäft Hartmann abzuführen. Das führte dann zu der schmerzlichen Folge, dass bei einem Auftritt der Band im „Silver Dollar“ (heute: „Zum Brotbäcker“) in Meckenheim der Gerichtsvollzieher mit einem Pfändungsbeschluss erschien und die Anlage der STONE BEATS kurzerhand von der Bühne räumen ließ.
Das unten zu sehende Foto zeigt Franz Verhoeven mit der Band nachts um 4.00 Uhr im „Kaskade“ (später: „Tele-Tanz-Studio“) in Köln am Rudolfplatz. Die STONE BEATS hatten dort ein Monatsengagement, das die Gruppe bei einer Talentprobe bei Udo Werner im Kölner "Tanzbrunnen" gewonnen hatte, als sie in der Endausscheidung den 1. Platz belegte. Da alle Bandmitglieder damals unter 18 Jahre alt waren, mussten sie sich jedesmal auf der Toilette des „Kaskade“ verstecken, wenn die Polizei den Laden kontrollierte.
Nachts im "Kaskade" in Köln - v.l.: Franz Verhoeven, Jürgen Nedwed, Siggi Firla, Günter Woititzka, Charly Hapelt, Uli Verhoeven |
Einen personellen Wechsel gab es am Bass, als Siggi Firla die Band verließ und
Carlo Eisen (b)
seinen Platz einnahm.
v.l.: Charly Hapelt, Uli Verhoeven, Günter Woititzka, Carlo Eisen, Männi Zimmermann |
In dieser Besetzung traten die STONE BEATS u. a. auch in Paderborn auf. In ihrem Repertoire befand sich auch der Stones-Titel „Satisfaction“, bei dessen Interpretation die Band auf die Idee kam, auf der Bühne einen Stuhl zu zertrümmern. Womit sie nicht gerechnet hatten war der Umstand, dass diese Einlage beim Publikum so gut ankam, dass dieses ebenfalls zur Tat schritt und und fast sämtliche Saalstühle zerlegte. Die Rechnung mussten die STONE BEATS bezahlen.
1965 wurden die STONE BEATS Sieger des „Deutschen Schlagerfestivals“ und erhielten einen Plattenvertrag.
Aus der Plattenaufnahme wurde aber nichts, weil die Band mit einem Ford Transporter der Firma Meusena (der auch der Bandbus war und von Manager Franz Verhoeven gefahren wurde) auf dem Weg ins Aufnahmestudio in Köln von der Polizei gestoppt wurde. Die Weiterfahrt mit dem Transporter wurde untersagt, weil dieses Fahrzeug nicht zum Personentransport geeignet war. Ein Teil der Gruppe versuchte sich daraufhin als Profimusiker. Ende des Jahres zerbrach die Band.
Weitere Bilder von den und über die STONE BEATS:
Im Übungskeller: Günter Woititzka, Jürgen Nedwed, Charly Hapelt, Siggi Firla, Uli Verhoeven |
Uli Verhoeven und Charly Hapelt |

Jürgen Nedwed und Siggi Firla |
Günter Woititzka und Siggi Firla |
Uli Verhoeven und Günter Woititzka |
Günter Woititzka und Siggi Firla |
NACHTRAG:
Siggi Firla ist Inhaber der GALERIE FIRLA in Bonn, Thomas-Mann-Str. 15 | |
JÜRGEN NEDWED lebt in Düsseldorf und ist zu erreichen über
Günter Woititzka wohnt im Bonner Raum.
Charly Hapelt wohnt in Bonn-Lengsdorf. Männi Zimmermann soll in Recklinghausen leben.