Eine von Harald Magerkurth aus Goslar geführte Gruppe namens Haralds Quartett spielte Mitte 1964 als Profiband im Nachtclub "EVE" in der Rathausgasse in Bonn. Als die Band immer mehr Merseybeatstücke, wie zum Beispiel solche der Beatles und der Rolling Stones, in ihr Repertoire aufnahm, bekam sie wegen der Lautstärke Schwierigkeiten mit der Geschäftsführung. Obwohl das Publikum begeistert war, wollte die Geschäftsführung der Blatzheim-Betriebe, zu denen unter anderem das "EVE" gehörte, eine andere Lösung finden. Die Lösung bestand darin, dass man der Gruppe vorschlug, in dem ebenfalls zu den Blatzheim-Betrieben gehörenden "TABU" (dort steht heute das Bonner Stadthaus) zu spielen. Nachdem die Band ihr Repertoire vervollständigt hatte, trat sie als DIE HEXER mehrere Monate lang mit großem Erfolg und täglich vollem Haus in der Besetzung

          Harald Magerkurth (dr),
          Peter Wodniok (lg),
          Holger Armbrecht (b) und
          Johnny Lindenberg (key)

im "TABU" auf.

v.l.: Johnny Lindenberg, Peter Wodniok, Harald Magerkurth und

Holger Armbrecht

Mit ihren eleganten Songs, den komplexen Arrangements und dem mehrstimmigen Gesang begleiteten sie die Hollies, die Yardbirds, die Moody Blues, die britischen Shamrocks, die Mozarts, Daisy Winters und viele andere mehr auf ihren Tourneen durch Deutschland.

DIE HEXER im "Zirkus Krone" in München

Harald Magerkurth im "Zirkus Krone"

DIE HEXER zusammen mit den HOLLIES

Eine dieser Tourneen war „The Beat Monster Show ´65“, auf der sie 1965 mit den Shamrocks aus Großbritannien sowie den Mozarts unterwegs waren.

Harald Magerkuth
Holger Armbrecht
Volker Schubert
Heino Petrik

 

 

 

Harald Magerkurth

 

 

 

                                  Holger Armbrecht

 

 

 

 

Volker Schubert

 

 

 

                                      Heino Petrik

Einer der musikalischen Höhepunkte der HEXER war die Teilnahme am „Deutschen Beatfestival 1965“, das am 3. Juli 1965 in der Kölner Sporthalle stattfand. Dort spielten sie zusammen mit den MOODY BLUES, NEIL LANDON & THE BURNETTS sowie den LORDS.

Auf diesem Handzettel zum "Deutschen Beatfestival 1965" werden irrtümlichweise nicht die MOODY BLUES, sondern die SEARCHERS

als Top-Act angekündigt.

Nachdem Anfang 1965 Johnny Lindenberg bereits durch

          Volker Schubert (lg)
          Peter Wodniok durch
          Heino Petrik (lg)

ersetzt worden waren, verließen schon im August 1965 nach einem Konzert im "River Cavern Club" in Remagen Holger Armbrecht und Volker Schubert wieder die Band, und zwar in Richtung Bundeswehr. Als

          Holger Frömbgen (b)

aus Bad Godesberg zur Band gestoßen war, spielte die Gruppe zunächst als Trio weiter. Bald darauf kam aus Linz

          Frank Orth (rg)

hinzu. Die
HEXER waren jetzt wieder ein Quartett, das in dieser Besetzung bis zur Auflösung der Band zusammen blieb.

Links Holger Frömbgen , rechts Frank Orth

Die HEXER in der neuen Besetzung

Frank Orth

Nun spielte die blitzsaubere Beatles/Hollies-Band in renomierten Tanzclubs – wie dem "River-Cavern-Club" und dem Westfälischen Hof in Remagen, dem „TABU“ in Bonn, in der Turnhalle Oberlahnstein, im „Beat-Club“ in Koblenz-Metternich, im „Casino Royal“ in Bingen oder in der „Milchbar“ in Koblenz. Bei diesen diversen Konzerten traten sie auch zusammen mit anderen deutschen Bands auf, wie zum Beispiel den KENTUCKYS, den LORDS, den GERMAN BLUE FLAMES, den MOZARTS, den DOGS aus Koblenz und den MODS aus Wuppertal.

Die HEXER vor dem Absprung

Eine professionelle Aufnahme der Band

Die Autogrammkarte der HEXER

Volker Schubert sing "Hang on Sloopy"

Die HEXER reisten quer durch die Region und zogen Abend für Abend die wildesten Shows ab. Jedem, der diese Bands in dieser Zeit zu sehen bekam, stockte der Atem, denn die Bühnenshow war außergewöhnlich. So etwas hatte man zuvor noch nie zu sehen bekommen.

Die HEXER am Rhein

Das arme Ludwig-Set!

Harald Magerkuth

Zu Bonn hatten die HEXER ein besonders inniges Verhältnis. Es begann schon damit, dass die Vorgängerformation "Haralds Quartett" aufgrund eines Auftrittsvertrags mit der Bonner Gastronomiefirma Blatzheim in den Etablissements dieser Firma in Bonn regelmäßig spielte. Hierzu zählte auch der Nachtclub "EVE" gegenüber dem Rathaus in der Rathausgasse, in dem das "Quartett" in zunehmendem Maße auch Titel von Beatgruppen spielte. Da dies dem "EVE"-Betreiber jedoch zu laut war, kam man überein, dass das mittlerweile in DIE HEXER umbenannte "Quartett" in dem ebenfalls zur Firma Blatzheim gehörenden "TABU" auftreten sollte, was sie auch - wie die vielen Fotos zeigen - ausgiebig taten. Die enge Verbindung zu Bonn spiegelte sich auch in ihrem sozialen Engagement für die „Aktion Kummerkasten“ zugunsten alter und hilfsbedürftiger Bürger der Stadt Bonn wider. Hiefür traten sie im „HOT CLUB“ auf und brachten dadurch eine Spende von über 360 DM auf den Weg. Erfreulicherweise gibt es eine Reihe von Fotos der HEXER aus ihrer "Bonner" Zeit:

Im "TABU"

Sie spielten zum "Tanz im TABU" auf.

"Luftgitarren" gab's auch in den 60ern schon!

Damals gab's bei den HEXERN kleidermäßig nichts auszusetzen!

Bei einer Fotosession in Bonn

Die HEXER auf dem Sockel des Beethovendenkmals am Münsterplatz

Die HEXER im "TABU"

Dieses und die nachfolgenden drei Fotos wurden im Dezember 1964 im "TABU" gemacht.

Peter Wodniok mit seiner "Saturn"

Eines der letzten Gastspiele der HEXER fand 1966 im „Westfälischen Hof“ in Remagen statt. Danach löste sich die Band auf.

Die Leute heute:

 

FRANK ORTH

lebt in Dernbach (Westerwald) und ist mit den
STRINGBEATS nach wie vor musikalisch aktiv.

PETER WODNIOK

lebt in Süddeutschland.

 

HARALD MAGERKURTH

wohnte in Bad Harzburg im Kreis Goslar.
Er ist im Juni 2013 gestorben.

                        Foto: Volker Holzke

 

HOLGER FRÖMBGEN

ist 2001 verstorben.

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BERGERS BN-BEAT