Anfang 1969 kam es zur Gründung der Gruppe TEA TIME ASSORTED, in der
Jürgen Bierau (dr),

Arnulf Fischer (rg, voc),

Norbert Frechen (lg, b, voc) und

Olaf Pöter (lg, b, voc)

mitspielten.

Norbert Frechen und Olaf Pöter kannten sich vom Beethoven-Gymnasium in Bonn. Olaf wohnte damals in Bonn-Tannenbusch und Norbert im benachbarten Bornheim. Zusammen mit Uli Stein,

ebenfalls aus dem Tannenbusch, probten sie 1967/68 im Wäsche-Trockenraum von Ulis Wohnblock. Ganz am Anfang hieß die Band „NSAL-Band“, was für nicht schön aber laut stand. Als Schlagzeug dienten Waschmittelbehälter (Dash-Trommeln), die mit Plastikfolie bespannt waren und irgendwelche Blechdeckel als Becken. Verstärker gab es auch noch keine, so dass alles über alte Röhrenradios ging, die gegen das Schlagzeug jedoch kaum ankamen. Olaf Pöter hatte sich damals für ein paar Tage eine Hopf-Gitarre geliehen. Da es sich um eine Elektro-Gitarre handelte, hat er sie direkt mit einer Steckdose verbunden, woraufhin der Tonabnehmer abgeraucht ist. Später nannten sie sich dann angeblich „The Taxmen“. Kurz vor der Auflösung dieser Band kam ein recht guter Drummer dazu, dessen Namen allerdings nicht mehr bekannt ist. Er wohnte in der Nähe der Pauluskirche. Öffentliche Auftritte dieser ersten Band hat es jedoch nicht gegeben.
Die Anfänge von TEA TIME ASSORTED: Die NSAL-Band
= "Nicht schön, aber laut!"
Zu Weihnachten 1968 bekam Olaf Pöter eine rote Höfner E-Gitarre (Typ 4576 Verythin) geschenkt, die er über ein Braun-Röhrenradio verstärkte. Zur Verbesserung des Sounds hat er dann allerdings einmal den Lautsprecherausgang dieses Radios mit dem Phono-Eingang eines anderen Radios verbunden. Nach dem ersten verheißungsvollen und mächtig lauten Ton fing das zweite Radio allerdings zu qualmen an. Norbert Frechen hatte ebenfalls eine fast identische Höfner, aber braun schattiert mit Treble Booster und Verzerrer.

Es muss Anfang 1969 gewesen sein, als Olaf Pöter von Jürgen Bierau (und/oder von Arnulf Fischer) gefragt wurde, ob er seine Gitarre verleihen würde. Als Begründung hierfür wurde angegeben, dass man sich einen neuen Gitarristen anhören wolle, der noch keine eigene E-Gitarre besaß. Olaf Pöter willigte ein, machte dabei aber zur Bedingung, dass er bei dieser Vorspielen dabei sein muss, weil er die neue Höfner ansonsten niemals verliehen hätte! Es ist dann so ausgegangen, dass Olaf Pöter dem Gitarristen vieles zeigen musste, woraufhin Arnulf Fischer und Jürgen Bierau ihn fragten, ob nicht er stattdessen in deren neuen Band mitspielen wolle. Olaf Pöter erklärte sich natürlich bereit. Norbert Frechen ist dann auch noch dazu gestoßen.

Den Bandnamen hat die Gruppe gemeinsam ausgesucht. Olaf Pöters Vorschlag „Funny Funeral“ wurde abgelehnt und schließlich setzte sich „Tea Time Assorted“ durch. Dieser Vorschlag kam von einem englischen Freund von Norbert Frechen.

Als Anlage hatte TEA TIME ASSORTED am Anfang nur einen 50 W Mischverstärker von Hohner, für den Arnulf Fischer eine Riesenbox mit 11 verschiedenen Radio- und Fernsehlautsprechern gebaut hatte. Die richtige Berechnung der Impedanz (Ohm-Wert) gibt heute noch Rätsel auf! Über diesen Verstärker liefen anfangs die Mikros und alle Gitarren. Später wurde dann ein separater Bassverstärker angeschafft, ein 30 W Dynacord mit einer Echolette ET1 Bass-Box. Die hatte 30 W und einen 12-Zöller Lautsprecher. Das war damals guter Standard. Neben den beiden erwähnten Höfner Halbresonanzgitarren von Norbert Frechen und Olaf Pöter gab es noch zwei weitere Höfner-Gitarren, nämlich Arnulf Fischers Höfner 4575 und einen Bass, Modell 185. Der gehörte dem Schlagzeuger Jürgen Bierau, der ein Schlagzeug von Sonor spielte.

Aufgrund der Lautstärke übte TEA TIME ASSORTED zunächst in einer Garage irgendwo hinter den Dünen im Tannenbusch in der Nähe des Hochhauses. Später wurde in der Bonner Innenstadt in der Heerstraße ein Probe- und Partykeller angemietet. Den haben die Jungs zwar mit Eierpappen isoliert, was aber nicht allzu viel genutzt hat, denn es gab öfter Beschwerden aus dem Haus. Deshalb zog die Band schließlich auf den Venusberg um – ebenfalls in einen Kellerraum, in dem auch immer mal wieder Parties gefeiert wurden.
TEA TIME ASSORTED - v.l.: Jürgen Bierau, Norbert Frechen, Arnulf Fischer, Olaf Pöter

Die Gruppe TEA TIME ASSORTED trat in katholischen Jugendheimen, im Tannenbusch-Gymnasium und auf Klassenparties auf. Auch zu einer Hochzeit soll es einen Auftritt gegeben haben.

Das Repertoire der Band hatte eine große Bandbreite: Gespielt wurden Titel der Kinks (Days / Waterloo sunset / Dandy), der Cream (White room / Sunshine of your love), der Beatles (Hey Jude / Things we said today / Drive my car / She’s a woman), der Shadows (Kon-Tiki / Theme for young lovers / Apache / Quartermaster’s stores / The rise and fall of Flingel Bunt / Guitar tango), der Bee Gees (To love somebody / The singer sang his song / And the sun will shine), der Small Faces (All or nothing), der Pretty Things (Raining in my heart), der Rolling Stones (As tears go by), der Ventures (Wipe out) sowie eine Eigenkomposition namens “Green monster”.

Warum und wann genau sich die TEA TIME ASSORTED auflöste, ist nicht mehr exakt zu bestimmen. Im September 1972 jedenfalls verließ Olaf Pöter die Band in Richtung Bundeswehr, so dass zu vermuten ist, dass sie sich Ende 1972 auflöste.

JÜRGEN BIERAU

wohnt in Biedenkopf.
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