„1600 CLUB“ – Bonn, Kronprinzenstraße 2a (heute: Prinz-Albert-Straße) - 

                           (abgerissen)

Aus dem „RAINBOW DANCING CLUB“ wurde 1965 der „1600 CLUB“. Er war einer der beiden „Beat-Keller“ in dem Gesamtkomplex „BONNER BÜRGERVEREIN“. Sowohl der „BUS-STOP“ als auch der „1600 CLUB“ lagen im Kellerbereich des BÜRGERVEREINS. Sie hatten zwar separate Zugänge, waren aber durch einen unterirdischen Gang miteinander verbunden. Das hatte für viele Bands den Vorteil, dass sie ihre Anlagen und Instrumente schnell und einfach in den anderen Club verbringen konnten, wenn sie dort ihren nächsten Auftritt hatten. Während man durch den Haupteingang des BÜRGERVEREINS in der Kronprinzenstraße auch in den Keller zu dem erst später gegründeten „BUS-STOP“ kam (links ging es eine breite Steintreppe in den Keller hinunter), musste man, um zum „1600 CLUB“ zu gelangen, links neben dem Gebäude des BÜRGERVEREINS durch ein großes Eisentor über einen kleinen Vorhof zum Eingang des Clubs gehen.

                         Der "Bonner Bürgerverein" auf einem alten Foto -

          Links neben dem Gebäude (roter Punkt) ging es zum "1600 Club".

Der Eingang war eine kleine, niedrige Eingangstüre. Die steil nach unten führende und ausgetretene Treppe war meistens mit Pärchen besetzt, die innen keinen Sitzplatz mehr gefunden hatten. Wenn man dann im Slalom unten angelangt war, befand sich halbrechts so etwas wie eine Garderobe. An manchen Tagen war sogar jemand da, der die Klamotten angenommen hat, ansonsten hängte jeder seine Sachen selber auf.

    Eine gemeinsame Veranstaltung beider im selben Haus gelegenen Clubs

Groß war der Club nicht, er verfügte jedoch über eine gemütliche Atmosphäre, die durch viele aufgestellte Tropfenkerzen untermalt wurde. Sich zu unterhalten war kaum möglich, da die Musik-Boxen einem fast die Haare vom Kopf bliesen (ein REVOX- Verstärker und ein Mischpult). Getränke wurden in der Flasche serviert und nur ganz Eingeweihte bekamen heimlich auch ´mal einen Schnaps. Vor dem Thekenbereich standen gelegentlich Barhocker, die aber wegen Platzmangels meistens schnell in den Tiefkeller verbannt wurden . Um die im weiteren Bereich stehenden 5 kleinen Bierfässer standen jeweils 4 Stühle. An der linken Wand hatte man Platz auf einem bankähnlichen Sitzbrett. Davor war eine durchgehende, über die gesamte Länge reichende Metallstange, sozusagen als Abtrennung zur Tanzfläche, angebracht. Am hinteren Ende des Raumes ging links eine kleine 4- oder 5-stufige Treppe hoch. Dort kam man dann zu einer Toilette, die von Besuchern beiderlei Geschlechts benutzt wurde. Das dortige Handwaschbecken von 30 x 40 cm gab, wenn es funktionierte, nur kaltes Wasser.

Regelmäßig kamen die Kontrollen vom Jugendamt, um die Altersbe- schränkungen zu überprüfen. Sobald die Kontrolle im Anmarsch war, wurde von draußen gewarnt und etliche Besucher verschwanden umgehend in Richtung Tiefkeller, wo die Bierkästen lagerten. Zur Sperrstunde ertönte über die Anlage zum „Abkühlen“ der überall verschlungenen Paare der Radetzky-Marsch und die gnadenlose Neon-Deckenbeleuchtung wurde eingeschaltet.

Betrieben wurde der
„1600 CLUB“ von Helge („Charly“) Klassen (heute Inhaber des Bier- und Weinlokals „Zartbitter“, Argelanderstr. 24 (früher: "Au Chateau"), und Gerd Wipperfürth.

Hinter der Theke des
"1600 CLUBS" stand Hans Pohl:

Hans Pohl 1964 mit Matte ...

             ... und 1966 beim "Bund"

Weil er dort stand, wurde er, obwohl noch minderjährig, vom Jugendamt der Stadt Bonn nie kontrolliert. Bekannt war Hans Pohl im „1600 CLUB“ auch unter dem Spitznamen „Figaro“. Er durfte nämlich unter anderem den beiden Club-Inhabern Helge Klassen und Gerd Wipperfürth sowie Klaus Janek, besser bekannt als „Icke“, dem mit rauchiger Stimme kellnernden Berliner (lebt heute im Raum Kevelaer), ...

 

ICKE heute

auf der  in den Club führenden Treppe die Haare schneiden. Wegen seiner Tanzkünste soll Hans Pohl bei den Besucherinnen des Clubs sehr beliebt und auch erfolgreich gewesen sein.

Holger Bade, der ebenfalls im
"1600 CLUB" kellnerte, wechselte später ins "Au Chateau".

Die meisten der Bonner Bands traten hier auf. So spielten hier
ACTIVITY, ...

                         Fred Prünte mit seinen FATES im "1600 Club"

... die
FIRESTONES, FOUR UP, die GANG, die GUARDS, die HANGMEN, die JAILBIRDS, die MINDBLOWERS, die MOODY GHOSTS, die MOODY STONES, RENAISSANCE, die SHAGGIES, die SHAKEDOWNS, die SUBJECTS, die SUICIDERS und die WAYOUTS.

Mit dem Abriss des
BÜRGERVEREINS 1969 für den Neubau des Hotels "Bristol" kam auch für den „1600 CLUB“ das Aus.

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